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Lektion 4 · A2-B1 · LingoBoss German

Obwohl, trotzdem oder wenn? So vermeidest du Fehler

„Ich bin müde, trotzdem ich gehe ins Kino.“ — diesen Satz sagen sehr viele Deutschlerner. Das Wort ist richtig, aber das Verb steht falsch. Die gute Nachricht: obwohl und trotzdem sind keine neue Grammatik. Es ist dieselbe Maschine wie in Teil 2 (weil / deshalb) — nur die Logik ist umgedreht: • weil → obwohl: Nebensatz, das Verb geht ans Satzende • deshalb...

Kapitel · 11
00:00Der Fehler: „trotzdem ich gehe“
00:42Das lernst du heute
01:11Dieselbe Maschine wie Teil 2
02:16obwohl: Verb ans Ende
03:09trotzdem: Verb auf Position 2
04:05Ein Gedanke, zwei Wege
04:46wenn: die Bedingung
05:39Falle: wenn oder als?
06:36Dialog: Leo und Lena
07:14Mini-Quiz
08:23Zusammenfassung
Transkript

Ich bin müde, trotzdem ich gehe ins Kino. Stopp. Genau diesen Fehler machen sehr viele Lerner. Das Wort ist richtig. Aber das Verb steht falsch. Falsch? Wo soll denn „gehe“ stehen? Direkt hinter „trotzdem“. Auf Position zwei. Ich bin müde. Trotzdem gehe ich ins Kino. Das Verb springt nach vorne — und das Subjekt rutscht weiter. Heute lernst du, wann das Verb ans Ende geht und wann nach vorne. Das lernst du heute: drei Wörter. Obwohl — es passiert etwas Unerwartetes. Trotzdem — dasselbe, aber die Wortstellung ist anders. Und wenn — die Bedingung. Etwas ist noch nicht sicher. Drei Wörter. Klingt nach viel Arbeit. Nein. Zwei davon kennst du eigentlich schon. Erinnerst du dich an Teil zwei? Weil und deshalb. Weil schickt das Verb ans Ende. Deshalb lässt es auf Position zwei. Ja, das weiß ich noch. Gut. Dann kannst du obwohl und trotzdem auch schon. Obwohl funktioniert wie weil. Das Verb geht ans Ende. Trotzdem funktioniert wie deshalb. Das Verb bleibt auf Position zwei. Also ist die Grammatik dieselbe? Genau dieselbe. Nur die Logik ist umgedreht. Es regnet. Deshalb bleibe ich zu Hause. Das ist erwartet. Es regnet. Trotzdem gehe ich raus. Das ist unerwartet. Der Grund ist gleich, das Ergebnis ist anders. Richtig. Und genau das zeigt dieses Wort. Fangen wir mit obwohl an. Obwohl beginnt einen Nebensatz. Das Verb geht ganz ans Ende. Obwohl es regnet, gehe ich spazieren. Hörst du es? Regnet steht am Ende. Und wenn ich mit „ich“ anfangen will? Kein Problem. Der Nebensatz kann auch hinten stehen. Ich gehe spazieren, obwohl es regnet. Die Reihenfolge ändert sich. Das Verb am Ende bleibt. Noch ein Beispiel: Obwohl er müde ist, arbeitet er weiter. Ist steht am Ende. Ich sehe das Muster. Merke dir nur eins: obwohl schickt das Verb ans Ende. Jetzt trotzdem. Und hier passiert der Fehler vom Anfang. Trotzdem beginnt keinen Nebensatz. Es steht auf Position eins. Und in einem Hauptsatz ist Position zwei immer das Verb. Es regnet. Trotzdem gehe ich spazieren. Trotzdem, dann gehe, dann ich. Genau. Das Subjekt rutscht auf Position drei. Ich bin müde. Trotzdem gehe ich ins Kino. Nicht: trotzdem ich gehe. Sondern: trotzdem gehe ich. Auch in der Vergangenheit: Das Essen war teuer. Trotzdem war es gut. Immer das Verb direkt hinter trotzdem. Das ist die ganze Regel. Jetzt der wichtigste Trick. Du kannst dieselbe Idee auf zwei Arten sagen. Obwohl es regnet, gehe ich raus. Oder: Es regnet. Trotzdem gehe ich raus. Die Bedeutung ist gleich? Die Bedeutung ist gleich. Nur der Bau ist anders. Obwohl macht einen langen Satz. Trotzdem macht zwei kurze. Dann nehme ich zwei kurze. Das ist leichter. Sehr gut. Aber verstehen musst du beide. Das dritte Wort: wenn. Wenn ist keine Ursache und kein Gegensatz. Wenn ist eine Bedingung. Etwas passiert nur, wenn etwas anderes passiert. Wenn es regnet, bleibe ich zu Hause. Und das Verb? Wieder am Ende? Wieder am Ende. Wenn arbeitet wie obwohl. Wenn ich Zeit habe, koche ich gern. Wenn heißt auch: immer wenn. Etwas wiederholt sich. Ich rufe dich an, wenn ich fertig bin. Also drei Wörter, aber nur zwei Stellungen. Genau. Obwohl und wenn ans Ende. Trotzdem auf Position zwei. Und jetzt die größte Falle bei wenn. Wenn ich ein Kind war, spielte ich im Park. Das sagen fast alle Lerner. Und es ist falsch. Du warst nur einmal ein Kind. Das war kein Wiederholen. Für einmal in der Vergangenheit nimmst du als. Als ich ein Kind war, spielte ich im Park. Aber wann nehme ich dann wenn? Merk dir drei Fragen. Erstens: Ist es eine Frage? Dann heißt es wann. Wann kommst du? Zweitens: Einmal in der Vergangenheit? Dann als. Drittens: alles andere? Dann wenn. Frage, einmal, Rest. Das kann ich mir merken. Hören wir alles zusammen. Ein kurzer Dialog. Es regnet schon wieder. Trotzdem gehe ich laufen. Obwohl es so kalt ist? Ja. Wenn ich laufe, geht es mir besser. Ich bleibe hier, weil ich müde bin. Wenn du willst, koche ich später. Hast du es gehört? Vier Verbindungen in sechs Sätzen. Trotzdem vorne, obwohl und wenn und weil ans Ende. Vier Fragen. Antworte laut. Erste Frage. Es ist kalt. Lücke, gehe ich schwimmen. Trotzdem. Das Verb steht direkt dahinter. Zweite Frage. Lücke, es kalt ist, gehe ich schwimmen. Obwohl. Denn ist steht am Ende. Dritte Frage. Ich bin müde. Trotzdem, Lücke, ins Kino. Gehe ich. Erst das Verb, dann das Subjekt. Vierte Frage. Lücke, ich ein Kind war, wohnte ich in Berlin. Als. Einmal in der Vergangenheit. Vier von vier. Fast. Drei Karten zum Mitnehmen. Obwohl: Verb ans Ende. Trotzdem: Verb auf Position zwei. Wenn: Verb ans Ende, aber es ist eine Bedingung. Und denk an Teil zwei: weil wird obwohl, deshalb wird trotzdem. Gleiche Maschine, andere Logik. Schreib einen Satz mit trotzdem in die Kommentare. Und in Teil fünf: Wechselpräpositionen. Wohin oder wo?